Projekt Beschreibung

Die Geschichte vom Seehund-Mann hat mein Herz berührt. Obwohl es lange her ist, dass sie geschah, im Jahr meiner Geburt um genau zu sein. Gestern brachte jedoch die FAZ einen Artikel darüber und ich las ihn voller Staunen und Faszination. Es ist die Geschichte von Guðlaugur Friðþórsson, einem isländischen Fischer, der am frühen Morgen des 11. März 1984 mit seinen vier Freunden zum fischen aufbricht. Ihr Netz verhakt sich am Grund des Atlantiks und binnen Minuten kentert ihr Schiff. Sie kommen nicht dazu einen Hilferuf per Funk loszuschicken. Zwei der Männer sind sofort tot, die anderen klammern sich an einen Schiffsrumpf fest. Sie sind sechs Kilometer vom sicheren Hafen entfernt, es ist bereits dunkel und bei einer Wassertemperatur von nicht mal 6 Grad, haben sie kaum eine Überlebenschance.

„Normalerweise stirbt man unter diesen Umständen nach spätestens 75 Minuten an Hypothermie, also Unterkühlung. Anfangs versucht der Organismus seine Körpertemperatur von 37 Grad zu halten. Dann beginnt sie zu sinken. Das schwächt das Urteilsvermögen, man wird apathisch, dann bewusstlos. Schließlich bricht der Kreislauf zusammen, es kommt zu Lungenödemen und Herzrhythmusstörungen, am Ende zum Atemstillstand.“ FAZ online, 27. Februar 2014

Den Männern bleibt nichts anderes übrig als Richtung Küste zu schwimmen. Ein aussichtsloses Unterfangen. Nach kurzer Zeit hat Guðlaugur Friðþórsson, genannt Laugi, seine Gefährten verloren. Er ist allein in den eiskalten, tosenden Wellen. Über ihm kreisen die Möwen am sternenklaren Winterhimmel. Er spricht mit ihnen und erzählt Witze. Dabei schwimmt er um sein Leben. Sechs Stunden. Wie durch ein Wunder erreicht er das Ufer, aber es sind steile Klippen. Er muss weiter schwimmen. Klettert schließlich über steile, rasiermesserscharfe Lavafelder barfuß an Land. Mit tiefen Schnittwunden in den Füßen erreicht er schließlich ein Dorf und ist in Sicherheit. Er hat als einziger überlebt. Sein Überlebenswille und seine mentale Kraft müssen unglaublich sein. Forscher versuchen dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Jóhann Axelsson stellt fest, dass Guðlaugurs subkutane Fettschicht ungewöhnlich dick ist. Ein normaler Mensch hat fünf bis sechs Millimeter, kräftigere Personen sieben bis acht, bei Laugi aber sind es 14 Millimeter.